Zum Thema Zinsen: Das stimmt, jedoch hat man auch nichts ausgeliehen und die Rückzahlung kann einem niemand schuldig bleiben, denn der Wert ist das Metall selber. Aber machen wir ruhig den langfristigen Vergleich zu der ältesten uns bekannten Schuldverschreibung, die heute noch bedient wird (für 99,9% der Fälle trifft das nicht zu, weil unterwegs dies oder das passiert ist).
Die 3% Obligation Burgermeester Heemraden, Zierikzsee vom 20.11.1777 schüttet bis heute aus. Hat das ausgereicht, um seit 1777 die Kaufkraft der ursprünglich investierten 100 Gulden zu sichern? Leider nicht. Hat sich die Kaufkraft von einer Alternativinvestition in Gold erhalten? Ja. Eine reale Wertsteigerung ist quasi nicht vorhanden, die reale Kaufkrafterhaltung jedoch schon. Wie gesagt die Masse der Anleihen hat sich leider durch Totalausfall unterwegs dem Vergleich entzogen.
Zum Thema Aktien sind aber besser: Das ist schwer zu beantworten, weil die Anlageform so jung ist. Die ersten Aktien in Deutschland waren die der Dillinger Hütte 1806 (Saarlouis). Das ist rund 200 Jahre her. Aus 200 Jahren einen Vergleich zu ziehen zu einer Anlage, die bereits Erwähnung im Alten Testament fand, kann man zwar machen, es kommt dann aber darauf an, was man ab wann mit welchen Aktien misst. Geht man einmal vom Dow-Jones von 1929 und dem damaligen Goldpreis aus, geht es, was die Kursentwicklung angeht, im Moment (Juni 2009) knapp zugunsten des Goldes aus. Aber das kann sich auch wieder ändern. Letztlich stellt sich die Frage Gold oder Aktien doch auch gar nicht, die Frage ungesicherte Papierwerte versus Sachwerte -und dazu gehören beide- allerdings schon.
Dem wahren Investor in physisches Gold sind diese Vergleiche in der Regel egal. Physisches Gold ist ein Mittel, um Kaufkraft von heute zu konservieren und das auch über finanzielle oder auch virtuelle Zusammenbrüche hinweg. Dagegen spricht das Argument: „Wenn es eng wurde, wurde Goldbesitz schon immer verboten“. Eine plakative Aussage. Die Fakten sehen, wenn man sich diese “Verbote“, insbesondere das in den USA von 1933, einmal näher ansieht, dann doch etwas anders aus. Es wurde in “Goldwährung“ abgefunden, müsste es zusammengefasst heissen. Erlaubt war allerdings weiterhin die Konvertierung der goldgedeckten Währung in Goldminenanteile, was sich anlagetechnisch als vorteilhaft herausstellte (der Aktienkurs von Homestake Mining verdoppelte sich anschliessend umgehend). Auch Sammlermünzen waren ausgenommen und pro Kopf blieben ca. 5 Unzen Anlagegold auch erlaubt.
Ob ein nationaler Verbotsalleingang heute noch eine Chance hätte, sei einmal dahingestellt. Ein globaler Eingriff ist auch eher nicht zu befürchten, einige Länder diskutieren sogar ernsthaft über die Einführung einer goldgedeckten Währung (Gold Dinar) oder haben gerade erst den privaten Goldzugang politisch gewollt umgesetzt (China).
Die Finanzindustrie hat übrigens auch kein sonderliches Interesse an der Anlageklasse physisches Gold. Aus folgendem Grund. Es ist ein margenschwaches Einmalgeschäft. Das in Gold angelegte Geld sieht man im Finanz- und damit auch Provisionskreislauf meist nie wieder. Keine laufenden Managementgebühren, keine dauerhaften anderen Einnahmen aus der Geldanlage.
Zum Abschluß noch eine Frage: Haben wir schon eine Goldblase? Solange man keine Schwierigkeiten hat, 20 Leute zu benennen, die mit Sicherheit Aktien, Fonds etc. besitzen und Schwierigkeiten hat, 5 zu benennen, bei denen physisches Gold (nicht Papierpreisabbilder für Gold) ein Thema ist, wohl eher nicht. Wie soll bei physischen Gold überhaut eine Blase entstehen, wenn alles bisher gefördertes Gold in einen Würfel von nur ca. 19 Meter Kantenlänge passt? Da ist schlicht kein Ventil zum Aufblasen dran…
Goldene Grüße, Ihr
Aureus*
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Aureus (Mehrzahl Aurei) ist gewöhnlich eine 8,19 g schwere römische Goldmünze mit hohem Feingehalt, die zu Ausgabezeiten einen sehr hohen Wert hatte und über die gesamte römisch beeinflusste Welt verbreitet war. Sie war die Hauptkurantmünze des römischen Reiches ab etwa 27 v. Chr. bis etwa zum 4. Jahrhundert n. Chr. Halbstücke des Aureus zählen zu den seltensten römischen Münzen überhaupt. Als Mehrfach-Aureus gab es noch den seltenen Binio (doppelten), den Quaternio (vierfachen) und den Octonio (achtfachen), die als Geschenkprägungen anzusehen sind.